Eine total fußballbegeisterte Familie

Christoph Meyer (r.) mit seiner Frau Nicole. (Bild: Weser-Kurier)
U17-Coach Christoph Meyer: „Haben zu überheblich gespielt“ (von Karsten Hollmann)

Christoph Meyer ist Trainer der Verbandsliga-B-Junioren des Blumenthaler SV. Der gelernte Kaufmann steht mit seiner U17 zurzeit an der Tabellenspitze und greift somit nach dem Meistertitel. In der Rubrik „Meine Woche“ der Zeitung „Die Norddeutsche“ spricht der 36-Jährige nun über eine Woche aus seinem Leben und darin unter anderem auch über das 2:2-Unentschieden beim abstiegsgefährdeten JFV Weyhe-Stuhr.

Mittwoch, 31. Oktober: Der Tag beginnt um 8 Uhr mit einem gesunden und ausgiebigen Familienfrühstück. Meine Frau und die Kinder verbringen den Tag mit Freunden im Abenteuerland Stuhr. Ich wäre gerne mitgefahren. Aber für mich steht das Nachholspiel unserer U17 gegen den ungeschlagenen Ersten FC Oberneuland an. Vorher sehe ich mir noch die Serie Stromberg an. Um 13.30 Uhr fahre ich zum Sportplatz des Blumenthaler SV. Dort wartet mein Trainerkollege Enis Baki. Wir besprechen, bevor die Mannschaft kommt, noch einige Details zum Spiel. Als das Team eintrifft, geben wir die Aufstellung und taktische Ausrichtung bekannt. Das Team setzt unsere Vorgaben super um. So können wir durch eine tolle kämpferische Leistung den Tabellenführer mit 1:0 schlagen. Nach Abpfiff fahre ich sofort nach Hause, um gemeinsam mit meiner Familie Halloween zu laufen. Den Abend lasse ich mit meiner Frau Nicole bei einem Glas Wein und dem DFB-Pokalspiel zwischen RB Leipzig und der TSG Hoffenheim vor dem Fernseher ausklingen.

Donnerstag, 1. November: Um 6 Uhr verabschiede ich mich von Nicole und mache mich mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit. Ich bin seit zehn Jahren bei der Firma Avancarte beschäftigt. Wir sind ein Großhandel für Glückwunschkarten, Geschenkpapier, Servietten und Geschenkartikel. Es ist eine spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit, die mir viel Spaß macht, da ich alle Aufgabenbereiche abdecken kann. Ich habe in diesem Jahr meinen Ausbildereignungsschein gemacht, um in der Firma noch mehr Verantwortung übernehmen zu können und nicht nur privat Jugendliche auf ihrem Weg zu begleiten. Nach Feierabend ruft das Training. Enis Baki und ich besprechen das jüngste Spiel, leider erhalten wir einige Absagen. Auch viele Stammspieler sind aus unerklärlichen Gründen nicht dabei. Die Einstellung, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und der Ehrgeiz einiger Spieler ärgern mich, da ich beruflich wie privat selbst großen Wert darauf lege. Unser Trainingsschwerpunkt liegt darin, Pässe hinter den Abwehrbereich im Neun-Zonenspiel zu bringen.

Freitag, 2. November: Auf der Arbeit haben wir unglaublich viel zu tun, da wir mitten im Weihnachtsgeschäft sind. Aber so geht der Arbeitstag schnell rum. Hiernach kläre ich bei der Volkshochschule noch etwas wegen meines Bildungsurlaubs. Mitte November heißt es, für fünf Tage die Schulbank zu drücken. Mit meiner Frau hole ich dann das Nesthäkchen der Familie von der Musikschule ab. Wir bringen den Großen zum Fußball. Da wir das Haus etwas umbauen wollen und müssen, begeben wir uns am Nachmittag zu Ikea. Wir müssen uns beeilen, denn am Abend steht das Treffen mit meiner Doppelkopfrunde auf dem Plan. Meine Freunde Volker Spychala, Tobias Loop, Jan Redecker und Thorsten Borchers und ich treffen uns ein- bis zweimal im Monat, um Doppelkopf zu spielen. Ich genieße meine Männerrunde. Wir besprechen auch unsere für das Frühjahr geplante Kohltour.

Sonnabend, 3. November: Nach einem Familienkuscheln im Bett mit den Kindern frühstücken wir gemeinsam. Um 11 Uhr treffen wir uns mit der Mannschaft für das Spiel der B-Junioren beim JFV Weyhe-Stuhr. Leider spielen wir aufgrund von Überheblichkeit und mangelnder Einstellung nur 2:2. Das ärgert mich ungemein. Von Weyhe aus ist es nur ein Katzensprung in meine alte Heimat Uenzen. Das liegt bei Bruchhausen-Vilsen, wo ich meine Eltern Reinhild und Heinz besuche. Wir gehen abends gemeinsam zum 30. Geburtstag meiner Schwester Melanie. Hier treffe ich dann viele Bekannte und Freunde von früher und spiele mit meinem Patenkind Luisa. Meine Schwester ist ein Zwilling. Unser Bruder Jan-Hendrik Meyer kann aber leider nicht mit uns gemeinsam feiern, weil er als Physiotherapeut von Hannover 96 beruflich eingespannt ist.

Sonntag, 4. November: Ich quäle mich zeitig hoch, weil ich gerne mit meiner Familie zusammen frühstücken und anschließend zum Fußball fahren möchte. Der Große hat ein Turnier. Diegos erstes Hallenturnier beginnt um 9.30 Uhr. Im Sommer ist er von der TSV Farge-Rekum zum TSV Meyenburg in die U9 gewechselt. Gegen ein sehr starkes Teilnehmerfeld können sich die Meyenburger am Ende mit fünf Siegen und 9:0 Treffern durchsetzen. Acht Tore schießt hier alleine unser Großer und ist megahappy. Wir sind generell eine sehr fußballbegeisterte Familie. Meine Frau ist Fan von Hertha BSC, die Kids sind schon absolute Werder-Fans. Ich selbst sympathisiere mit dem AC Milan. Zu Hause basteln wir mit den Kindern für den Herbst, ehe ich meiner Frau wie versprochen eineFußmassage verpasse.

Montag, 5. November: Gleich morgens steht ein Gespräch mit meinem Chef an. Vor einiger Zeit hatte ich ein paar Ideen eingebracht, wie man Abläufe und Arbeitsschritte ein wenig verbessern kann. Nach der Arbeit arbeiten wir beim Training das 2:2-Remis von Weyhe auf. Bevor es am Abend zum Training der Blumenthaler Damen geht, bei denen ich Torwart-Trainer bin, schnacken meine Frau und ich kurz ein bisschen über aktuelle gesellschaftspolitische Ereignisse. Meine Frau war zwölf Jahre lang beim Deutschen Bundestag beschäftigt und kennt daher alle Abläufe sehr gut. Hält die GroKo bis zum Ende durch oder nicht? Der Schwerpunkt beim Damen-Training liegt auf Koordination, Ausdauer, Konzentration und Life-Kinesik.

Dienstag, 6. November: Daheim haben die Kinder zusammen mit meiner Frau den Wunschzettel vorbereitet. Wir machen gemeinsam den Brief an den Weihnachtsmann fertig. Dienstags ist bei uns Salattag. Meine Frau lässt sich immer gute Rezepte einfallen, die wir dann ausprobieren. Ich mache mich im Anschluss fertig für meinen Just-for-fun-Fußball. Jeden Dienstagabend spielt in Neuenkirchen in der Halle eine lustige Truppe Fußball. Darin befinden sich sowohl erfolgreiche Sportler als auch ambitionierte Hobbykicker. Der TSV Neuenkirchen bietet ein tolles, breit gefächertes Sportprogramm. Auch die Kids nutzen das gerne, ob beim Kinderturnen mit Petra Mattfeldt oder beim Jiu Jitsu – für mich ist die Just-for-fun-Truppe ein willkommenes Ausgleichsprogramm.