A-Junior Maurice Hesseling verstärkt die 1. Herren

Maurice Hesseling Blumenthaler SV
Der 18-jährige Maurice Hesseling rückt aus der eigenen U19 in das Bremen-Liga-Team auf. (Bild: Christian Kosak)
Ball statt Kuscheltier mit ins Bett genommen

(Quelle: Karsten Hollmann – Weser-Kurier)

Die Liebe zum Fußball bestimmt das Leben von Maurice Hesseling vom Blumenthaler SV. „Ich habe schon als Baby immer einen Ball mit ins Bett genommen, anstatt eines Kuscheltieres“, verrät der 18-Jährige.

Die Liebe zum Fußball bestimmt das Leben von Maurice Hesseling vom Blumenthaler SV. „Ich habe schon als Baby immer einen Ball mit ins Bett genommen, anstatt eines Kuscheltieres“, verrät der 18-Jährige. Dieser verhalf den A-Junioren des Vereins mit seinen elf Treffern gerade zur Vizemeisterschaft in der Winterrunde der Verbandsliga Bremen und wird nach der Winterpause das Herrenteam des Klubs in der Bremen-Liga verstärken.

Bereits im zarten Alter von drei Jahren begann der Auszubildende zum Elektriker seine Laufbahn bei der TSV Farge-Rekum. Dort und auch später bei der DJK Germania Blumenthal war sein Vater Dominik Hesseling sein Trainer. Dieser beendete gerade seine Trainerlaufbahn bei der F-Junioren des VSK Osterholz-Scharmbeck. Bei der DJK Germania Blumenthal wurden die Hesselings dann ein paar Male Meister, ehe sich Maurice Hesseling dem JFV Bremen anschloss.

In der B-Jugend wäre der Mittelfeldmann dann bereits beinahe beim Blumenthaler SV gelandet. „Ich bin dort aber in der Vorbereitung überhaupt nicht zum Einsatz gekommen und dann doch beim JFV geblieben“, berichtet Maurice Hesseling. Beim JFV mauserte er sich schließlich auch zum Kapitän und Leistungsträger. In der A-Jugend folgte dieser dann aber doch seinem Coach Bernhard Andre zum Blumenthaler SV – der frühere Co-Trainer von A-Junioren-Coach Tarek El-Achmar hat aber inzwischen aufgehört.

Bei den Blumenthaler A-Junioren startete Hesseling dann richtig durch. „Maurice ist ein sehr talentierter Fußballer. Auf dem Platz geht er immer voran und besticht durch seine überdurchschnittlich hohe Laufbereitschaft und technisches Können“, lobt Tarek El-Achmar seinen Mannschaftsführer. Ein Unterschied zu vielen Spielern in seinem Alter sei, dass er taktisch sehr gut sei und Spielsituationen gut lesen, und Lösungen auf engem Raum finden könne. „Er ist meiner Meinung nach auf jeden Fall einer der besten Spieler in der Liga und würde auch in der Regionalliga zum Stammpersonal gehören“, versichert El-Achmar.

Das ist auch Denis Spitzer, dem Trainer der Herrenformation, nicht verborgen geblieben. Dieser holt Hesseling nach bereits zwei Einsätzen in der Hinrunde nun ganz zu sich hoch. „Denis erklärt einem viel. Man kann auch immer mit jedem Anliegen zu ihm kommen“, ist Hesseling voll des Lobes über seinen Coach.

Bei den Herren möchte sich der Youngster nun so schnell wie möglich einen Stammplatz erarbeiten. Anders als bei den A-Junioren ist der 18-Jährige hier allerdings für die Innenverteidigung eingeplant. Nach den vielen Ausfällen sind nur noch Kevin Thiele und Mario Vukoja für die beiden Positionen im Abwehrzentrum übrig geblieben. Mit denen wird sich Hesseling also künftig um zwei Plätze streiten. „Mir macht es auch in der Innenverteidigung Spaß. Die Hauptsache ist, dass ich im Zentrum spiele“, erklärt der Aktivposten der A-Junioren, der hier meist als Sechser oder Achter aufgelaufen ist. Ob dieser auch noch in der Sommerrunde der Verbandsliga für die A-Junioren kicken wird, ist noch ungewiss. „Ich werde mich auf jeden Fall nicht dagegen wehren, dort auszuhelfen, um Spielpraxis zu sammeln, damit ich mich weiterentwickeln kann“, betont der Kicker.

Tarek El-Achmar bezeichnet seinen Leader als besonders ehrgeizig. „Ich will jedes Spiel gewinnen, und immer Erster werden“, bestätigt Maurice Hesseling. Dieser gehöre nicht zu den jungen Akteuren, über die sich heutzutage viele Übungsleiter wegen einer zu laschen Einstellung beschweren. „Es gibt aber auch Spieler, die in erster Linie Spaß haben wollen, am Abend vor einem Spiel feiern gehen und erst um 6 Uhr nach Hause kommen. Das ist aber nichts meins“, sagt Hesseling.

Bei den Herren könne er sich so etwas schon gar nicht mehr erlauben. „Da werde ich 110 Prozent geben, um mir einen Stammplatz zu erobern“, verspricht er. Dieser trifft sich auch noch zusätzlich mit Freunden, um auf dem Bolzplatz oder in der Halle zu kicken. „Ich habe auch schon mit ein paar Jungs an einem Nachtturnier in Blumenthal teilgenommen“, berichtet Maurice Hesseling. Wenn er nicht gerade auf einem Fußballplatz anzutreffen ist, dann spielt er Fifa-Soccer an der Play-Station, oder schaut sich die Begegnungen seines Lieblingsklubs Werder Bremen an. Hier bewundert dieser vor allem Milot Rashica und Maximilian Eggestein. „Es ist schon nicht schlecht, wie weit Maxi Eggestein bereits in seinen jungen Jahren ist“, erklärt der Azubi.

Aber auch wenn der ältere Bruder von Johannes Eggestein im Moment im Hinblick auf seine Entwicklung auf der Stelle trete, sei er nach wie vor von den Fähigkeiten des Mittelfeldspielers überzeugt: „Der wird auch wieder besser. Solche Schwankungen sind in dem Alter normal.“ Auch um die Werderaner an sich macht sich Hesseling trotz der mäßigen Hinserie keine Sorgen: „Die werden wie immer in der Rückrunde wieder stärker.“ – und schon als Fünfjähriger habe er sich bei Eurosport Fußball aus aller Welt, selbst aus China, angeschaut.

Wenngleich sich im Leben von Maurice Hesseling fast alles um den Fußball dreht, hat er seit ein paar Monaten auch noch Zeit für eine Freundin. „Jaqueline hat aber mit Fußball nichts am Hut. Sie macht Fitness“, lässt der Werder-Fan wissen. Hesseling überzeugt auf dem Platz bereits mit einem guten Stellungsspiel und vielen gewonnenen Zweikämpfen. „Wenn ich das nicht beherrschen würde, wäre ich auf meinen Positionen aber auch fehl am Platze“, räumt der 18-Jährige ein.

In der Torjägerliste der A-Junioren-Verbandsliga belegt er mit seinen elf Treffern immerhin Rang drei, obwohl dort ansonsten nur Stürmer vorne zu finden sind. Mit seinen Mitspielern wie Denis Chinaka und Larry-Francklin Gogbe, mit denen er zusammen vom JFV zum BSV gewechselt war, ist Maurice Hesseling immer noch gut befreundet: „Wir verstehen uns sehr gut.“ Auch Chinaka verzeichnete bereits ein paar Einsätze im Herrenteam und erzielte hier sogar bereits einen Treffer.

„Bei den Herren ist das Tempo schon noch höher als in der A-Jugend“, teilt Hesseling mit. Er freue sich aber auf die neue Herausforderung: „Bei den Herren muss ich erst noch zeigen, was ich kann.“ Deshalb habe er auch nicht lange überlegen müssen, als er das Angebot bekam, ganz in die Herrenmannschaft aufzurücken. Die Frage, ob es einmal sogar für eine noch größere Karriere reichen wird, vermag Maurice Hesseling jetzt noch nicht zu beantworten: „Jetzt geht es erst einmal darum, in der Bremen-Liga anzukommen.“ Hier möchte er sich in der zweiten Saisonhälfte noch um ein paar Plätze mit dem derzeit Sechsten verbessern.

„Am liebsten würde ich sogar noch Meister werden. Aber dafür ist der FC Oberneuland dann wohl doch zu stark“, so der in Burg wohnhafte Akteur. Angesichts eines Rückstandes von 16 Zählern auf den Klassenprimus braucht man auch schon sehr viel Fantasie, um sich den Titelgewinn noch vorstellen zu können.